Werbung

Mal was anderes, ich veröffentliche hier eine von mir geschrieben Deutsch Arbeit im Bezug auf Werbung. Warum?-Weil mich dieses Thema sehr in den Bann nahm und ich selbst bei der Recherche viele Fakten herausfand, die ich vorher nicht wusste. Das ständige zukleistern von Werbung, überall. Unsere konsumgeile Welt steht doch drauf. Tag für Tag gehen wir arbeiten, um danach in Online Shops und riesen Einkaufshäusern das hart verdiente Geld wieder auszugeben. Ist das wirklich der Plan? Sind wir deshalb hier? Um unsere- fast nicht bezahlbaren- Wohnungen mit Dingen vollzustopfen, die kein Mensch braucht? Um einen Kleiderkasten zu haben, der aus allen Nähten platzt? Ich glaub eher nicht.

Werbung gibt es in vielerlei Hinsicht. Es gibt einfach nur bescheuerte Werbung, über die man sich beschweren kann, es gibt witzige Werbespots, es gibt Werbeslogan die zum nachdenken bringen und dann gibt es Werbung die in einer künstlerischen Form präsentiert wird. Diese Art Kunst und Werbung zu verbinden, ist faszinierend. Wir mussten in unserem Deutsch Kurs auf das Thema „Benetton Werbung“ genauer eingehen und eine Erörterung darüber schreiben, diese ich nun veröffentlichen möchte da ich darauf aufmerksam machen will, wie Werbung es schaffen kann, auf wirklich wichtige Themen der Gesellschaft anzusprechen.

Werbung: Benetton-Werbung

Werbung ist ein Weg, durch besondere Kommunikationsmittel die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen oder eine Anführung neuer Produkte und Dienstleistungen zu publizieren. Unser Markt ist mit vielen gleichwertigen Produkten überfüllt, aufgrund dessen müssen sich Hersteller ständig neue Strategien und Werbemethoden einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit des Verbrauchers zu ergattern. Hier sieht man in der Werbebranche einen großen Unterschied zwischen Produktwerbung und „Lifestyle-Werbung“.

Der Geschichtliche Umschwung von der reinen Produktwerbung hin zur Lifestyle-Werbung geschah sehr schnell. Das Ziel der Lifestyle-Werbung ist klar auf den Verbraucher bezogen und die Absicht dem Kunden emotional näher zu kommen. Das Produkt soll hier auf ein besseres Leben hindeuten oder mit einem besseren Lebensstil verknüpft sein. Ein Beispiel dafür ist der einfache Satz dass man sich durch dieses tolle neue Produkt schöner, jünger und zufriedener fühlt. Oft werden auch bestimmte Zielgruppen angesprochen die ein Lebensgefühl durch die Werbung bekommen und sich dem Produkt dadurch näher fühlen.

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Um dies Phänomen der Lifestyle Werbung verständlicher zu machen, ein gutes Beispiel: Die Pringels- Chips Werbung. Viele junge Menschen die gemeinsam jede Menge Spaß haben, feiern und in jugendlicher Partystimmung sind. Diese Werbung verkauft Spaß und regt dazu an am Wochenende eventuell ein paar Freunde einzuladen um gemeinsam zu feiern. Das Resultat, ob bewusst oder nicht, aber im Einkaufswagen dieses Verbrauchers liegen bestimmt ein paar Pringels- Chips Packungen.

Die Lifestyle-Werbung basiert auf dem Wissen das der Mensch dazu neigt, unzufrieden zu sein. Es existiert dieses ständige Streben nach mehr, alles muss schöner werden, der Mensch hat Wünsche, Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte. Die Werbung verkauft das Produkt als würde dies alles besser machen. Unsere Material- Besessene Gesellschaft springt darauf an, denn das Gefühl der heilen Welt, scheint die Menschen glücklich zu machen. Doch das dies alles eine Lüge ist, ist uns allen doch mehr oder weniger klar.

Anders so, die Benetton-Werbung. Diese sieht über reale Probleme und ihre Folgen nicht hinweg.

Der italienische Fotograf, Oliviero Toscani ist ein großer Bestandteil der Benettonwerbekampagnen. Der Schock- Fotograf überlegt sich für Benetton stets ein Thema, dass für die Allgemeine Weltbevölkerung von Bedeutung ist. Tabuthemen sozusagen, denn er regt häufig auf Rassismus, Krieg, Krankheiten, Kinderarbeit und Umweltkatastrophen an.

Die Fotos bedrucken sie auf Plakate, dass ist ihre Werbetätigkeit. Viele Worte sind auf Benetton-Werbungen nie zu sehen. Das grüne Benetton Logo, welches auf jedem Plakat zu sehen ist, ist der einzige Hinweis auf den Konzern. Toscani sagt, dass Fotos eine Ausdrucksmöglichkeit ohne Worte ist.

Die Fotos der Benetton Werbungen sind meistens von Toscani selbst aufgenommen oder von großen Agenturen, die sich auf politisch interessierte Konsumenten beziehen.

Die Bilder und Plakate der Benetton-Werbung zeigen seit Jahren Fotos von Aids kranken Menschen, Kleidung eines verbluteten Soldaten, einen Friedhof, ein Riesen Kondom, einen elektrischen Stuhl, dunkelfarbige und hellfarbige Hände die sich festhalten und vieles mehr. Dem Konzern wird durch diese Tätigkeit oft vorgeworfen das die keinerlei Bezug zum Produkt in ihrer Werbung vermitteln. Während die typische Lifestyle-Werbung mit Fokus auf ihre Produkte gerne der Realität entschwindet und eine heile Welt spielt, steht Benetton mit Toscani als Fotograf zwar vollständig hinter dem Produkt, doch ohne Hinweis darauf in den Werbekampagnen. Die Sicherung und Erhöhung des Marktanteils durch Werbung verliert Benetton, doch ein Prinzip steht natürlich dahinter.

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Je mehr Leute den Namen Benetton kennen, umso mehr potentielle Kunden bekommt der Konzern. Die öffentliche Aufmerksamkeit bekommt der Hersteller der italienischen Kleidung ohnehin, denn intensive Schlagzeilen und Aufruhr in den Medien gelangen durch diese Werbestrategien meistens. Toscani erhielt für seine Fotografien der Werbekampagnen viele Preise, aber auch viele Verbote diese zu veröffentlichen, was beides auf „publicity“ zurückzugreifen ist.

Der Konzern lebt, wie jeder andere auch, vom Profit. Sowohl Toscani als auch Luciano Benetton, Präsident und Mitgründer der Benetton Group, sehen es als Teil ihrer Unternehmerverantwortung auf Weltprobleme aufmerksam zu machen. Ihnen ist es dennoch auch wichtig, das Bewusstsein der Gesellschaft zu erreichen und zum Denken anzukurbeln. Ein wichtiger Satz für diese Art von Verbesserung der Welt; Durch Information und Provokation über Diskussion zu einer besseren Welt.

Es sei eine Unternehmensphilosophie der Öffentlichkeit deutlich zu machen, wie ihre Einstellung zur Welt und Umwelt ist. Denn dem Konsumenten der darauf anspricht, ist nicht egal ob die Kleidung von Benetton von Kindern oder von gut und fair bezahlten Arbeitern hergestellt ist.

Aktionen wie eine weltweite Kleidersammlung und Aufmerksamkeit zu ergattern für den Anti Racism Day, lassen den Konzern positiv darstellen und erhöhen Profit und den Verkauf der Ware.

Wobei hier noch zu erwähnen ist, dass Benetton ebenfalls in Formel 1 investiert welche auch zur Umweltverschmutzung beitragen.

Ich selbst bin sehr überzeugt von dieser Strategie der Werbung wie Benetton sie anwendet. Manch einer mag sich fragen was dies mit der Kleidung des Konzerns zu tun hat, und stellen Benetton als dreist und provokativ dar. Denn es ist eine abschreckende Reihe von Bilder Szenarien, wenn man sich die Fotoserien der letzten Jahre des Konzerns betrachtet, doch diese Welt ist die Reale. Der Großteil der Menschheit mag Lifestyle-Werbung und springt auch darauf an. Das Gefühl der heilen Welt und das kaufbare Produkte einen glücklich machen, befriedigte sie in gewisser Weise.

Mein Standpunkt ist, dass die Gesellschaft zu materiell denkt. Alle wollen das neusten und streben nach mehr und vor allem nach mehr Besitz. Was ich nicht ganz verstehe, denn der Größte Besitz den der Mensch haben kann, ist Lebenserfahrung und das Leben selbst. Wir sollten den Tatsachen mehr ins Auge sehen und präsent was dagegen unternehmen. Uns in Lifestyle-Werbungen hinein zu träumen und das Bild, dass uns die Medien im Fernseher geben als Leben zu bezeichnen, ist sozusagen der Anfang vom Ende.

Ein kleiner Einblick in die Kunst der Benetton Werbung findet ihr hier.

 

Zum Schluss noch ein Musiktipp von mir 😉

-Die Bilder entstanden alle auf verschiedenen Reisen und sind ausschließlich von mir selbst geschossen worden.

Ein Kommentar zu „Werbung

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